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Positionsgröße berechnen: Vom Euro-Risiko zur Lotzahl
Berechne deine Forex-Positionsgröße aus Verlustbudget, Stop-Abstand und Pipwert. Mit Euro-Rechenbeispiel sowie Hinweisen zu Kosten und Ausführungsrisiken.
CRASH KURS
10/23/20262 min read
„Ich nehme einfach dieselbe Lotzahl wie gestern.“ Das klingt bequem, kann aber zu sehr unterschiedlichen Verlusten führen. Liegt dein geplanter Stop heute doppelt so weit vom Einstieg entfernt, verdoppelt sich bei gleicher Positionsgröße ungefähr der geplante Kursverlust. Deshalb lohnt es sich, die Größe vor jedem Demo-Trade neu zu berechnen.
Die Positionsgröße beschreibt, wie viele Einheiten du handelst. Bei vielen Forex-Produkten entspricht ein Standard-Lot 100.000 Einheiten der Basiswährung. Maßgeblich sind jedoch immer die Kontraktdaten deiner Plattform. Dieses Beispiel erklärt die Rechnung und ist keine Empfehlung für eine bestimmte Risikohöhe.
1. Erst das Verlustbudget, dann die Lotzahl
Lege zuerst einen Betrag in deiner Kontowährung fest, den du für die Übung als geplantes Verlustbudget verwenden möchtest. Bestimme anschließend, an welcher Stelle deine Handelsidee nicht mehr gilt und wo der Stop liegen soll. Den Stop nur deshalb enger zu setzen, damit eine größere Position hineinpasst, verändert deine ursprüngliche Idee.
Du benötigst drei Angaben: das Verlustbudget, den Abstand zwischen geplantem Einstieg und Stop in Pips sowie den Pipwert je Lot in deiner Kontowährung. Ein Pip ist bei EUR/USD üblicherweise eine Kursänderung von 0,0001. Bei anderen Währungspaaren kann die Stelle abweichen.
2. Die Rechnung an einem erfundenen Beispiel
Angenommen, dein Demokonto wird in Euro geführt. Du setzt für eine Rechenübung 30 Euro als Budget an und planst einen Stop-Abstand von 25 Pips. Für das Beispiel nehmen wir einen EUR/USD-Umrechnungskurs von 1,1000 an. Es handelt sich nicht um einen aktuellen Kurs.
Bei einem Standard-Lot EUR/USD entspricht ein Pip 10 US-Dollar. Umgerechnet sind das ungefähr 9,09 Euro. Ein Kursverlust von 25 Pips würde bei einem Lot damit rund 227,27 Euro betragen.
Lotzahl = Verlustbudget ÷ (Stop-Abstand × Pipwert je Lot)
Unsere vereinfachte Rechnung lautet: 30 ÷ (25 × 9,09) ≈ 0,132 Lot. Erlaubt die Plattform nur Schritte von 0,01 Lot, wird abgerundet: 0,13 Lot. Damit ergibt sich ein geplanter Kursverlust von ungefähr 29,55 Euro, zunächst ohne zusätzliche Kosten.
3. Kosten und Ausführung mitdenken
Die errechneten 0,13 Lot schöpfen das Budget fast aus. Provisionen, Finanzierungskosten und ungünstige Ausführung können den Verlust darüber hinaus erhöhen. Plane deshalb Kosten mit ein und prüfe eine entsprechend kleinere Position. Berücksichtige beim Stop-Abstand tatsächlichen Kauf- beziehungsweise Verkaufskurs, damit du den Spread weder übersiehst noch doppelt zählst.
Ein normaler Stop-Loss garantiert keinen bestimmten Ausführungskurs. Bei schnellen Bewegungen oder Kurslücken kann der tatsächliche Verlust höher ausfallen. Wie sich die Aufträge unterscheiden, liest du im Beitrag über Market-, Limit- und Stop-Orders.
Auch der Pipwert kann sich durch Wechselkurse verändern. Nutze deshalb aktuelle Kontraktdaten und kontrolliere die Anzeige im Orderfenster. Die erforderliche Margin ist eine Sicherheitsleistung und nicht mit deinem geplanten Verlustbudget gleichzusetzen.
4. Eine kurze Kontrolle vor dem Absenden
Prüfe im Demokonto Währungspaar, Handelsrichtung, Einheiten beziehungsweise Lotzahl und Stop-Abstand. Vergleiche den angezeigten möglichen Verlust mit deiner Rechnung. Wenn die Zahlen nicht zusammenpassen, suche zuerst die Ursache, statt den Auftrag trotzdem abzusenden.
Notiere Annahmen und Ergebnis in deinem Trading-Tagebuch. Wiederhole die Übung mit einem größeren Stop-Abstand: Bei gleichem Budget muss die Positionsgröße kleiner werden. So überprüfst du, ob du den Zusammenhang verstanden hast.
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