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Margin, freie Margin und Margin-Level unterscheiden

Margin, freie Margin und Margin-Level unterscheiden: Verstehe den Kontopuffer mit einem Euro-Beispiel und erkenne die Grenzen automatischer Schließungen.

CRASH KURS

11/3/20262 min read

Eigene Rechengrafik: 900 Euro Equity minus 300 Euro Margin ergeben 600 Euro freie Margin und 300 Prozent Margin-Level
Eigene Rechengrafik: 900 Euro Equity minus 300 Euro Margin ergeben 600 Euro freie Margin und 300 Prozent Margin-Level

Im Orderfenster stehen mehrere Geldbeträge nebeneinander: Kontostand, Equity, Margin und freie Margin. Wer sie verwechselt, kann die Belastung seines Kontos falsch einschätzen. Besonders wichtig: Eine niedrige Margin-Anforderung bedeutet nicht, dass ein Trade nur wenig verlieren kann.

Die Begriffe beschreiben verschiedene Seiten deines Kontos. Sie helfen dir beim Überblick, ersetzen aber weder eine passende Positionsgröße noch einen Plan für Verluste. Die folgenden Zahlen sind frei erfunden und dienen ausschließlich einer Rechenübung.

Kontostand und Equity unterscheiden

Der Kontostand, oft Balance genannt, berücksichtigt typischerweise bereits verbuchte Ergebnisse. Die Equity zeigt den aktuellen Kontowert einschließlich noch offener Gewinne oder Verluste. Weitere Belastungen und Gutschriften hängen von der Kontoführung des Brokers ab.

Angenommen, deine Balance beträgt 1.000 Euro. Eine offene Position liegt mit 100 Euro im Minus. Ohne weitere Buchungen ergibt sich eine Equity von 900 Euro. Der Verlust ist noch nicht durch Schließen der Position realisiert, beeinflusst aber bereits die finanzielle Situation deines Kontos.

Margin ist gebundene Sicherheit

Für gehebelte Positionen verlangt der Broker eine Sicherheitsleistung, die Margin. Sie wird zur Absicherung der offenen Position gebunden. Du solltest sie nicht mit einer Handelsgebühr verwechseln und erst recht nicht als maximale Verlustsumme verstehen.

Die Höhe hängt unter anderem von Instrument, Positionsgröße, Hebel und geltenden Bedingungen ab. Bei unveränderter Position kann sie sich durch Kurse oder geänderte Anforderungen verändern. Wenn du eine Position schließt, wird die dafür gebundene Sicherheit grundsätzlich wieder frei; entstandene Verluste verschwinden dadurch jedoch nicht.

Freie Margin und Margin-Level berechnen

Die freie Margin ist vereinfacht die Equity abzüglich der gebundenen Margin. In unserem Beispiel sind von 900 Euro Equity bereits 300 Euro Margin gebunden. Es bleiben 600 Euro freie Margin.

Freie Margin = 900 Euro − 300 Euro = 600 Euro.

Das Margin-Level setzt die Equity ins Verhältnis zur Margin. Es wird meistens als Prozentwert angezeigt: Equity geteilt durch Margin, multipliziert mit 100. Hier ergeben sich 900 ÷ 300 × 100 = 300 Prozent. Ist keine Margin gebunden, ist diese Division nicht sinnvoll; Plattformen stellen den Wert dann unterschiedlich dar.

Steigt der offene Verlust auf 400 Euro, sinkt die Equity auf 600 Euro. Unter der vereinfachenden Annahme unveränderter Margin bleiben 300 Euro frei, das Margin-Level fällt auf 200 Prozent. Du hast keinen weiteren Trade eröffnet, trotzdem hat sich der Puffer deutlich verkleinert.

Warnung und automatische Schließung

Ein Margin Call kann auf eine kritische Kontosituation hinweisen. Bei einem Stop-out schließt der Anbieter Positionen gemäß seinen Regeln automatisch. Schwellen, Reihenfolge und Ausführung hängen von Anbieter, Vertragsgesellschaft und Produkt ab. Übernimm daher keine beliebige Prozentzahl aus einem Forum als allgemeine Regel.

Warte nicht darauf, dass eine Warnung dich rechtzeitig erreicht. Schnelle Kursbewegungen können den Kontopuffer stark verändern. Eine automatische Schließung garantiert keinen günstigen Kurs. Für die Planung eines einzelnen Trades ist die Berechnung der Positionsgröße hilfreicher als die Frage, wie viel Margin die Plattform gerade noch zulässt.

Übe die Zusammenhänge zunächst in einer Demoumgebung. Notiere Equity, Margin und freie Margin vor und nach einer Kursbewegung. Grundlagen und weitere Übungen findest du im Forex Crash Kurs.

Bedingungen vor dem Handeln vergleichen

Prüfe beim Vergleich der Anbieter auch Margin-Anforderungen und Schließungsregeln. Ein höherer verfügbarer Hebel ist kein Qualitätsmerkmal für deinen Lernfortschritt.

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Schulungsinhalt, keine persönliche Anlageberatung. Gehebelte Produkte bergen erhebliche Verlustrisiken. Begriffliche Grundlage: XTB-Hilfe zu Margin und freien Geldmitteln. Deren konkrete Kontoregeln gelten nicht automatisch für andere Anbieter.

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